Demütige Demut

Di 05.05.2026

Joh 14:27-31a Der Friede Christi

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

27 Frieden lasse Ich euch, Meinen Frieden gebe Ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe Ich euch. Euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht.

28 Ihr habt gehört, dass Ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme zu euch. Wenn ihr Mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass Ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als Ich.

29 Und jetzt habe Ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschieht.

30 Ich werde nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst der Welt; und in Mir hat er nichts.

31a Aber damit die Welt erkennt, dass Ich den Vater liebe und so tue, wie der Vater Mir geboten hat:

Was ist das für ein Friede?

Es ist nicht der Friede friedlicher Umstände. Es ist nicht der Friede als Abwesenheit von Konflikt und Not. Es ist nicht mein Friede.

Sondern es ist der unerschütterliche Friede Christi.
Er ist mir gegeben, ob ich ihn fühle oder nicht.

Und darum lasse ich mich auf ihn ein, Schritt für Schritt.

Wie geht das konkret?

Hier mein Stand:

Im Willen Jesu

Darüber habe ich schon oft geschrieben und nenne es nur kurz. Außerhalb des Willens Jesu gibt es Seinen Frieden nicht. Ich gehorche und bin am rechten Ort, zur rechten Zeit und tue die rechte Tat.

Ich klammere nicht an dem, was meine Hand hält, ich suggeriere mir keinen Frieden, der doch kein Friede Christi ist, ich beschwöre keinen Frieden. Sondern ich stelle mich in Dein Joch, in Stille und Anbetung – und in der rechten Tat.

Der Friede Jesu ist der Vollzug der Anwesenheit Jesu in mir, Sein Wohnung nehmen in mir.

Wie komme ich dahin

Das Vertrauen in den Frieden Jesu braucht einen leiblichen Vollzug.
Denn wir sind leibliche Menschen – wie Jesus auch. Jesus, der ganz vom Vater ist.

Wir verbinden den Geist mit der Materie der Welt.

Das ist die Aufgabe des Menschen. Jesu-Ähnlichkeit.

Mehr aber als Jesus jedoch in einem langen Weg durch die Wüste.

Ich habe als Bild eines Webstuhls. Die Kettenfäden sind längs gespannt und ein Ausdruck der Gnade Gottes. Ein Bild des vorbereiteten, gegebenen.

Unser Leben ist der „Schussfaden“. Dieser wird an dem Webschiffchen quer zu den Kettenfäden geschoben, hin und her. Immer wieder sieht die Tat ähnlich aus, aber doch entsteht ein Muster, weil die Kettenfäden anders verschränkt sind.

Ich sehe darin das Zusammenwirken Gottes mit dem Menschen.

Manche Menschen freuen sich so über die Kettenfäden, dass sie ihr Leben nicht als eigentliche Aufgabe sehen. Und so entsteht ein „fadenscheiniges“ Leben.

Der Friede Christi fragt nach meinem Lebensschiffchen.

Leg haOmer

Heute feiern die Juden Leg haOmer. Das ist der 33. Tag der Omerzählung zwischen Pessach und Schawuot. Analog bei uns etwa Ostern und Pfingsten.

Die Omerzählung hatte ich schon benannt (am 05.04.2026, also Ostern). Jeder Tag hat seine Aufgabe.

Mir scheint es sehr klug aufgebaut.
Es gibt sieben innere Kräfte oder Ordnungen der Seele. Jeden Tag der Woche wird nun eine dieser Ordnungen mit der Ordnung der jeweiligen Woche zusammen betrachtet. Wie in einer Matrix.

Denn jede Ordnung braucht ihren Bezug zu jeder anderen.

Und dabei gibt es dann auch Doppelungen, wenn dieselbe Ordnung des Tages ebendiese der Woche trifft.

So ist es auch heute. Demut trifft auf Demut.

Das Ziel dieses Weges durch sieben Wochen ist, den Weg zu gehen: von dem Geschenk der Befreiung zu meiner Antwort auf meinen Auftrag.

Werde tragfähig.

So finde ich den Frieden Christi in mir.

Die Antwort des Menschen ist die Thora.
Für mich als Christ also die Übereinstimmung mit dem Leben Jesu.

Denn Jesus ist die Thora.

Praxis

Erscheine ich demütig – oder bin ich es?
Produziere ich Demut – oder finde ich mich in ihr ein?

Verlasse ich den Thron meines Selbst so, dass ich auch auf den Anspruch der Rückkehr verzichte?

Nicht: Ich habe doch hier und da auf mein Recht verzichtet.
Sondern: Es ist immer jetzt der Moment, an dem ich auf mein Recht verzichte.

Ich erkenne es, nachdem es vollzogen ist, an dem Frieden Christi.

Seelsorgerlicher Hinweis:

Ich betone, ein einzelner Punkt wie dieser steht nicht für sich, sondern gehört in die Heiligung, wunderbar auch beschrieben in den sieben Ordnungen.

So ist eine Hingabe ohne vorherige Annahme des Selbst nicht gemeint.

Anhang:


Hilfe bei chabad.org

Hinterlasse einen Kommentar