So 31.05.2026
Joh 3,16–18 Schlüsselworte an Nikodemus
Der Text
16 Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.
17 Denn Gott sandte den Sohn nicht in die Welt, damit Er die Welt richte, sondern damit die Welt durch Ihn gerettet werde.
18 Wer an Ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.
Spielzeugeisenbahn
Ich habe von jemandem sinngemäß gehört:
„Gott schuf sich die Welt, wie Kinder (und Väter) mit einer Spielzeugeisenbahn umgehen. Zwar ist es das schönste, sie aufzubauen. Wenn sie aber einmal läuft, wird es auch langweilig. Da spielt man auch mal eine Zugentgleisung.“
Ja, wie soll man auch all das Leid einsortieren, das geschieht. Und dieser Mensch hatte – gerade von einem Priester – sehr großes Leid erfahren.
Wir Menschen suchen ein konsistentes Weltbild, und ein Weltbild, in das wir hineinpassen. Denn: ist es nicht natürlich danach zu fragen, was ich von der Welt habe? Warum sollte Gott das nicht tun? Und sehr viele der Götterbilder der Menschen sind entsprechend.
Karlo
Ich nehme meinen Enkel Karlo als Beispiel.
Er ist vier Jahre alt und wohnt nebenan. Ich erlebe ihn praktisch täglich.
Er ist eine überwältigende Freude für mich. Auch wenn er mal wütend ist oder was ganz Eigenes macht – ich liebe ihn sehr, so wie alle meine Enkel.
Und ich will, dass er lebt, auch wenn es mich nicht mehr gibt. Unbedingt. Er soll leben und der werden, der in ihm steckt.
Wenn ich das schon kann und zutiefst will – warum sollte der Schöpfer der Welt kleiner sein als ich und mich nur als Spielzeug in seiner Modeleisenbahnwelt betrachten?
Ja, weil in mir auch das andere ist. Das Selbstbezogene, das ich von mir kenne. Eine zweite Seele in meiner Brust. Das Leben, das ich früher zumeist geführt habe, nicht böswillig, aber selbstbezogen.
In Dir ist nichts davon
Du bist rein, klar und eins. Du hast den Namen (V18), der Dich ganz beschreibt. Es gibt keine zwei Seelen in Deiner Brust.
Und darum hast Du die Welt nach diesem Deinem Bild, Deinem Namen geschaffen. Nicht als Spiel, sondern um der Welt selbst willen.
Mehr als ich will, dass Karlo bleibt, willst Du es. Und natürlich auch für mich, denn Du bist ganz Liebe.
Warum sollte ich mich also um mich sorgen? Warum sollte ich der Sorge, die anklopft, die Tür öffnen? Und warum sollte ich nicht in das Wesen, das Du auch in mich gelegt hast, eintreten und ganz Deinem Sohn folgen?
Ich kann es, denn ich bin aus Gott.
Und in Christus Jesus ist dem Anspruch des Alten Genüge getan. Das Wesen der Selbstsucht, der Selbstliebe, hat sein Gesicht gezeigt – es ist der Tod.
Ich überlasse es dem Tod, es stirbt mit dem Sohn Gottes den alten Tod.
Welt des Todes
Wenn Joh 3,16 nicht wahr wäre, würde mein Enkel nur wie eine Kerze leben. Eine Zeit leuchten und am Ende verlöschen.
Meine eigene Liebe wäre umsonst. Dieser Teil meines Herzens lächerlich vergeblich. Denn die Liebe will die Ewigkeit für den anderen.
Ich sehe die Liebe Gottes darin, dass ich lieben kann. Und ganz will.
Gott verwahrt meine Liebe in Seiner.
70 Gäste
Gestern waren etwa 70 Gäste da.
Meine Freude waren ihre Gespräche, ihre Begegnungen untereinander. Zum Teil konnte ich direkt Begegnungen vermitteln und wunderbare Menschen sind ins Gespräch gekommen.
Schon kleine Kartoffeln (siehe gestern).
Die Welt ist kein Spiel Gottes – sie ist in Christus Gottes Eigenes, wie an der Inkarnation zu erkennen. Sie ist aus Gott, aber doch erhoben, der Ort zu sein, in dem Gott ein Gegenüber findet.
In der orthodoxen Heiligen Liturgie feiern die Menschen mit den Engeln und Mächten zusammen ihre Gemeinschaft mit Gott.
Diese Gemeinschaft war auch gestern mitten in der Welt zu spüren – im Schafstall zu Wörme.
Danke, Vater.