So 01.11.2026 Allerheiligen
Matthäus 5,1-12 – Die Seligpreisungen
Der Text
Übersetzung aus dem griechischen Urtext.
1 Als Er aber die Volksmengen sah, stieg Er auf den Berg. Und als Er sich gesetzt hatte, traten Seine Jünger zu Ihm.
2 Und Er öffnete Seinen Mund, lehrte sie und sprach:
3 Selig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel.
4 Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.
5 Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.
6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden.
7 Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren.
8 Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.
9 Selig die Friedenstifter, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
10 Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel.
11 Selig seid ihr, wenn sie euch um Meinetwillen schmähen und verfolgen und lügnerisch alles Böse gegen euch sagen.
12 Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln. Denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.
Der steinige Acker
Ich deutete den Armen im Geist wie einen, der eine reine Seele hat, ein reines Herz (V8), in dem keine Steine des Anstoßes mehr sind.
In meinem Herzen sind aber immer noch Steine, an denen sich andere, vor allem aber ich selbst mich stoße. Nach all den Jahren des Absammelns.
Wenn man auf steinigen Ackerböden viele Steine absammelt, dann staunt man im nächsten Jahr, wie sie praktisch alle wieder „nachgewachsen“ sind. Besonders in Irland sieht man Äcker, an deren Rändern hohe Lesesteinwälle sind, von all den Steinen, die schon gesammelt wurden. Auf den Äckern sind dann noch immer Steine.
So stehe ich ein wenig müde und traurig am Rande meines Herzensackers und sehe die nachgewachsenen Steine. Allerheiligen ist weit weg, sehr weit.
Weiterleben

Foto: JoachimKohler-HB, „Aran Islands – stone walls on Inishmore, Co. Galway (2014)“, CC BY-SA 4.0,
Der Hauptgrund, warum die Steine immer wieder nachwachsen, ist das Pflügen des Ackers. Immer wieder wachsen Steine nach – über viele Jahrzehnte. Eine Lösung ist, den Acker in eine Wiese umzuwandeln oder in eine Weide und für die Schafe zu nutzen. So hat man zumindest eine gewisse Nutzung und die Steine wachsen kaum noch nach.
Auf mich übertragen bedeutet das: Ich finde mich mit dem erreichten Maß der Reinheit meines Herzens ab. Und ich tue, was ich mit diesem Zustand zu tun in der Lage bin.
Aber das will ich nicht.
Was dann?
Dennoch
Obwohl der Acker noch Steine hat, lebe ich mit diesen Einschränkung für eine Weile und bebaue ihn trotzdem. Und zur angemessenen Zeit nehme ich das Steinesammeln wieder auf.
D. h., ich tue beides zugleich. Ich lebe mit dem, was ich habe, ohne mich damit zufriedenzugeben.
Gibt es noch mehr, was ich tun kann?
Gottes Pflug
In Wirklichkeit werden durch Pflügen und Steinesammeln die Steine doch weniger. Wenn auch sehr langsam.
Und mir scheint, ich sehe Dich neben dem Acker stehen mit Blick auf mein Herz und der Frage in Deinem Herzen: „Erlaubst du mir, deinen Acker zu pflügen?“
Vielleicht hätte ich selbst gern ein wenig Ruhe, aber wenn ich Dich neben mir stehen sehe, möchte ich Dein Herz erfreuen.
Vielleicht reicht ein steiniger Acker, um mich und meine Familie zu ernähren. Du prüfst, ob ich mich zufrieden gebe mit einem Status – oder ob ich in den Blick nehmen will, wie weit ein gereinigter Acker einen Dienst an anderen bedeutet.
Deine Erschütterungen bedeuten viel mehr als mein eigenes Sammeln von Steinen. Aber an meinem Sammeln erkennst Du, ob ich mit Dir weitergehen will – oder traurig stehen bleibe und vielleicht meinen Acker zu einer Wiese befriede.
Lass uns weitergehen, Vater.