Mo 02.11.2026 Allerseelen
Joh 11,17-27 – Jesus und Marta
Der Text
Übersetzung aus dem griechischen Urtext.
17 Als Jesus nun kam, fand Er ihn schon vier Tage im Grab liegend. 18 Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. 19 Viele von den Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
20 Als Marta nun hörte, dass Jesus komme, ging sie Ihm entgegen; Maria aber saß im Haus. 21 Da sagte Marta zu Jesus: Herr, wenn Du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben. 22 Aber auch jetzt weiß ich: Was immer Du von Gott erbittest, wird Gott Dir geben.
23 Jesus sagt zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24 Marta sagt zu Ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am letzten Tag. 25 Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an Mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; 26 und jeder, der lebt und an Mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das? 27 Sie sagt zu Ihm: Ja, Herr, ich habe geglaubt, dass Du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommt.
Marta glaubt für Lazarus
Als Christ könnte man meinen, Auferstehung wäre einfach in der Logik Gottes, in der Erlösung Jesu begründet und würde einfach so geschehen.
Ich aber glaube, dass Auferstehung mit Beziehung zu tun hat.
Wenn ich tot bin im Sinne von Nicht-Existieren, weiß ich nicht, dass ich tot bin. Und mir ist es dann auch egal, ob ich tot bin.
Aber vielleicht ist es anderen nicht egal.
Und wenn ich tot bin und auferstehe und mein leiblicher Vater nicht aufersteht und ich nicht Gemeinschaft mit ihm habe, wozu erstehe ich dann auf?
Und wenn es nur einen gibt, der will, dass ich lebe, dann will auch ich leben.
Lebe ich für die Auferstehung?
Ich halte es für eine gefährliche Übertreibung für die Auferstehung zu leben. Ich lebe nicht zuerst für die Auferstehung, sondern zuerst zur Freude meines Schöpfers und um Segen für Menschen zu sein.
Jesus weckt Lazarus auf, um der Liebe willen; der Liebe von Maria und Marta und Seiner eigenen Liebe zu Lazarus.
Aber der erste Grund ist, dass die Menschen lernen, Gottes Sohn als den zu erkennen, der Er ist. Eine Grundlage zu legen für eine Versöhnung zwischen Mensch und Gott. Die Torheit des Misstrauens von Adam auszuwischen.
Sieh nur, das ist der Gott, dem du misstraut hast. Erkenne, dass dein Misstrauen nichts mit der Wirklichkeit Gottes zu tun hat.
Nicht der Tod ist das Problem
Gott war schon immer ein Gott des Lebens, und der Tod ist kein Teil von Gott. Dass Jesus einen schon stinkenden Toten auferweckt, ist nicht das eigentliche Wunder.
Aber Jesus geht dazu nach Bethanien – ganz nahe an Jerusalem, dem Ort, an dem Er bald sterben wird.
Es geht Ihm um die Offenbarung Seiner selbst, nicht Seiner Macht, sondern Seiner Liebe.
Und Bethanien liegt nicht nur nah bei Golgatha, sondern es liegt auch nahe dem himmlischen Jerusalem.
Es ist ein Ort, an dem drei Geschwister sich lieben. Der Ort, von dem Jesus sagt, wo zwei oder drei in Meinem Namen zusammen sind, bin Ich mitten unter ihnen.
Denn der Name Jesu ist in der Liebe Jesu.
An jenem Ort kann Ich Mich offenbaren und möchte Mich offenbaren als die Quelle aller Liebe.
Die Toten lieben
Wenn ich an die Auferstehung glaube, so drücke ich es auch darin aus, dass ich sie ehre, an sie denke und für die bete, die schon verstorben sind.
Durch die Berichte von Nahtoderfahrungen und durch viele Predigten entsteht der Eindruck, als wären die Toten in einer ganz anderen Welt, in der alles nur noch toll ist. Ich stehe sowohl diesen Berichten als auch diesen Predigten sehr zurückhaltend gegenüber.
Die Liebe sucht nicht nach einer heilen Welt für sich selbst. Und auch Christus hatte jene Herrlichkeit verlassen und ist in unsere Welt gekommen.
Heiligkeit besteht auch darin, sich für die Welt zu interessieren und sie zu lieben und nicht nur für den Himmel.