Mein eigenes Leben

Di 03.11.2026 Bollmans Ruh

Lukas 14,15-24 – Das Gleichnis vom großen Gastmahl

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext.

15 Als aber einer von denen, die mit Ihm zu Tisch lagen, dies hörte, sagte er zu Ihm: Selig, wer Brot essen wird im Reich Gottes!

16 Er aber sagte zu ihm: Ein Mensch veranstaltete ein großes Gastmahl und lud viele ein. 17 Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Gastmahls aus, um den Eingeladenen zu sagen: Kommt, denn es ist schon alles bereit! 18 Und sie begannen alle wie aus einem Mund, sich zu entschuldigen. Der erste sagte zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn ansehen. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. 19 Und ein anderer sagte: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, um sie zu prüfen. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. 20 Und ein anderer sagte: Ich habe eine Frau geheiratet, und deshalb kann ich nicht kommen.

21 Und der Knecht kam zurück und berichtete dies seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sagte zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Verkrüppelten und Blinden und Lahmen hierher.

22 Und der Knecht sagte: Herr, es ist geschehen, was du angeordnet hast, und es ist noch Platz.

23 Und der Herr sagte zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Wege und an die Zäune und dränge sie hereinzukommen, damit mein Haus voll werde.

24 Denn ich sage euch: Keiner jener Männer, die eingeladen waren, wird von meinem Gastmahl kosten.

Wir sind ebenso gemeint

Das habe ich an anderer Stelle schon betrachtet.

Wer sich zurücklehnt und das Problem bei Juden sucht, ist weit weg vom Reich Gottes.

Gerade wir als Kirche sind in eben dieser Gefahr.

Heute geht es mir um das Praktische und Persönliche. Welche Konsequenzen ziehe ich aus diesem Text? Welche Haltung meines Herzens sprichst Du an, Herr?

Jesus, Retter, Tröster, Diener

Es ist gut, Jesus zunächst als Retter, als persönlichen Heiland, zu empfangen. Mir von Ihm dienen zu lassen, wie ein kleines Kind sehr von der Mutter umsorgt und bedient wird.

Aber ich beobachte eine Versteifung auf diese Rolle, die zumeist fragt, was ich davon habe, ob es attraktiv ist, wovon gesprochen wird, und ob es in mein Leben passt.

Mein Gott ist dann mein eigenes Leben.

Auch solch gute Dinge wie Gott um Hilfe bei der Berufsfindung zu bitten oder bei anderen Lebensentscheidungen – letztlich geht es dann um mein Leben, zuerst und zumeist.

Das Fest des anderen

Als ich zu meinem 70. Geburtstag eingeladen habe, hat jemand gesagt: „Wir schauen mal, ob wir an dem Tag nicht noch etwas anders machen wollen. Vielleicht kommen wir, wenn es nichts Besseres für uns gibt.“

Ich habe sie aber nicht zuerst zu ihrem Vergnügen eingeladen, sondern zur Ehre der Verbundenheit mit mir und all meinen Freunden. Es geht um Ehre, nicht zuerst um Spaß.

Ist das Fest des anderen mir wichtiger als meine Dinge, nicht weil es besser ist, sondern weil es um die Person geht, um seine Freude, seine Ehre?

Kommt es überraschend?

Womit des Menschen Herz sich beschäftig, worin es sich aufhält – das liebt es auch.

Meine Frau kennt jeden Geburtstag, jede Einschulung und alle Termine unserer großen Familie. Denn ihr Herz ist immer bei ihnen. Sie freut sich für alle über deren jeweiligen wichtigen Ereignisse.

Ob mir etwas wichtig ist, entscheidet sich nicht in dem Moment, wo es dran ist. Es entscheidet sich lange vorher in meinem Herzen. Denn mein Herz entscheidet über meine Wahrnehmung, es bereitet den Boden für mein Denken und Wollen.

Die Wichtigkeit einer Einladung offenbart mir mein Herz – nicht die Logik des Verstandes.

Wer nicht eine Stunde mit Jesus wachen will, der wird sich auch am Ende für die Flucht entscheiden.

Einüben in die Zurückstellung von Eigenem

Jeden Tag geschieht es mehrfach, dass mich etwas von eigenen Plänen, aber auch von eigenen Freuden oder Bequemlichkeiten abhalten will, stören will.

Oder es geht um Vertrautheit und Sicherheit.

Wenn ich jetzt aufspringe und der Dame die vergessene Handtasche nachtrage – wer weiß, ob es ihre war?

Aber Ereignisse fügen sich in vorbereitete Herzen.

Siehst du nicht die Festvorbereitungen?

Wo bereitest Du, Herr Dein Kommen mehr vor als in Israel.

Alle Völker begehren auf, Bruder von Bruder scheiden sich in ihrer Haltung dazu.

Jerusalem wird zum Taumelbecher.

Du bereitest Dein Kommen vor. Ich will aufmerksam dafür sein und so nah, wie Du es mir geben wirst.

Eigen Äcker und eigene Pläne verlieren an Glanz, wenn ich die Herrlichkeit Deines Kommens in den Blick nehme.

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