Di 07.04.2026
Mt 28:8-15 Die Frauen auf dem Weg zu den Jüngern
Der Text
Übersetzung aus dem griechischen Urtext
8 Und sie gingen schnell vom Grab weg mit Furcht und großer Freude und liefen, um es Seinen Jüngern zu verkünden.
9 Und siehe, Jesus begegnete ihnen und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten herzu, umfassten Seine Füße und warfen sich vor Ihm nieder.
10 Da spricht Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin, verkündet Meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen sollen; dort werden sie Mich sehen.
11 Während sie aber hingingen, siehe, einige von der Wache kamen in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war.
12 Und sie versammelten sich mit den Ältesten und hielten Rat und gaben den Soldaten reichlich Geld
13 und sprachen: Sagt: Seine Jünger sind in der Nacht gekommen und haben Ihn gestohlen, während wir schliefen.
14 Und wenn dies dem Statthalter zu Ohren kommt, werden wir ihn überzeugen und euch ohne Sorge stellen.
15 Sie aber nahmen das Geld und taten, wie sie unterwiesen worden waren. Und dieses Wort ist bei den Juden verbreitet worden bis auf den heutigen Tag.
Anmerkungen zur Peschitta (Syrisch-Aramäisch):
– „Seid gegrüßt“ trägt den Sinn von „Friede euch“ (šlama lḵon): stärkerer Beziehungsgruß, nicht nur formell.
– „Sie umfassten Seine Füße“ wird konkret-leiblich verstanden: wirkliche Begegnung, nicht visionär.
Warum waren die Frauen da?
Am Karsamstag sprach ich über den Glauben an Jesus – ohne Jesus.
Für die Frauen gibt es einen weiteren Raum, der mir bei weitem nicht so vertraut ist wie ihnen: die Welt der Dinge und die Welt des Leibes.
Sie wissen um den Leib Jesu und um Seinen Körper. Es ist ihnen nicht zu beiläufig, um mit großer Liebe und großer Eile für Ihn sorgen zu wollen.
Wir dagegen in der heutigen Zeit: Wir verbrennen den Körper.
Und zeigen damit Verlust von Weiblichkeit in der Welt.
Nicht verbrennen – Salben.
Das ist der rechte Umgang.
Die Abwesenheit des Leibes ist kein Zeichen für das Wegschaffen des Körpers – sondern für seine Auferstehung als Leib. Das erfahren in dieser Intensität und Unmittelbarkeit nur diese Frauen, die früh am Morgen diesen Körper suchen – und den Leib finden.
Im Leib
Die Erlösung des Menschen geschah im Leib.
Wenn nur „die Seele“ zu Gott geht, dann hätten wir keine Erlösung im Leib gebraucht.
Sünde und Erlösung finden im und am Leib statt.
Und darum findet auch das Leben im Reich Gottes im Leib statt.
Und auch: im Körperlichen, Materiellen, Konkreten der Welt.
Hier handeln Frauen aus einer Nähe zum Leib, die ihnen anvertraut ist.
Und darum sind auch sie es, die diese Wahrheit als Erste empfangen.
Und sie sind es, die es den Männern sagen – nicht Jesus spricht mit den Männern, die Frauen sagen ihnen vom leeren Grab, vom lebendigen Jesus.
Ein Blumenstrauß für den anderen sagt oft mehr als ein frommer Spruch vom Kalenderblatt.
Meine Frau pflanzt Blumen im Garten.
Sie bezeugt die Leiblichkeit Jesu auf unmittelbare Art.
Der Mensch will und soll leiblich sein. Nicht als Knecht des Leibes, sondern als verantwortlicher Herr.
Nicht Gleichheit, sondern Würde
Die Frau bringt den Leib in die Welt.
Die Frau sucht den Leib.
Die Frau begegnet dem auferstandenen Leib.
Die Würde entfaltet sich im Namen des Menschen, wie ich oft geschrieben habe.
Nicht in seiner Konkurrenz, seinem Vergleich zu anderen.
Die Würde der Frau entfaltet sich nicht darin, dass sie dem Mann gleichgestellt wird. Damit verliert sie Unverzichtbares.
Sie entfaltet sich „im Salben des Leibes“. In ihrer direkteren Nähe zu dem, was aus Gott einen Menschensohn macht: Seinem Leib.
Maria hat Jesus in ihrem Leib getragen – kein Mann.
Der Mann hat gut daran getan, zu schweigen.
Der Mann tut sich keinen Gefallen, wenn er in der Frau nur den Kameraden sucht, den Ähnlichen. Die Frau hat Geheimnisse, die wir Männer vielleicht ahnen können, wenn wir uns darauf einlassen. Aber nicht, wenn wir mit unserem groben Maßband nach unseren Werten messen.
Man kann einen fremden, anderen Wert nur erkennen, wenn man von unten an ihn herantritt. Denn er ist zunächst größer als ich.
Ich berühre den Wert, ich begreife ihn nicht.
Begreifen im wörtlichen Sinn gemeint, der ein Umfassen impliziert.
Wozu
Wozu gibt es Neues?
Eine Rolle ist es, zu bauen, zu bebauen. Neues zu schaffen. Das Wort zu sagen (Vater).
Eine andere, dieses Neue dann zu leben. Der Sinn ist nicht das Da-Sein selbst, sondern deren Vollzug.
Ein Haus, das nur gebaut wird, hat kaum Wert. Erst das Leben im Haus, das das Haus benutzt, gibt ihm den Wert.
Ich kann nur zu einem Teil verstehen und leben, was meine Frau lebt und berührt. Und diesen Teil will ich ein wenig erweitern.
Aber das Wichtigere ist, dieses andere zu würdigen, zu sehen, dankbar zu empfangen und zu ehren.
Das leibliche Gottes hat uns die Frau, die konkrete Frau gebracht: Maria.
Das mit dem Verbrennen des Körpers ist wohl eine kulturelle Angelegenheit und heutzutage auch bei uns gebräuchlich. Dennoch sind es oft Frauen, die ihre Angehörigen im Tod noch schön herrichten. Wo ist da ein Verlust von Weiblichkeit?
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Liebe Brig,
im schönen Herrichten ist die Weiblichkeit da – genau.
Kultur ist eine Auswirkung des geistigen Lebens. Ein Ausdruck dessen, was gemeinsam im Herzen ist.
In allem kann man es auch etwas besser machen – und jedes Gute ist schön und kostbar.
Ich wende mich aber gegen die Gründe für diese Kultur.
Sie ist früher im Christentum bewußt abgelehnt worden und war Inbegriff des Heidentums.
Erst seit den sechziger Jahren kam das Verbrennen in Mode.
Mich schmerzt es sehr. Ich weiß aber, dass sehr viele es anders sehen als ich.
Ich grüße Dich herzlich
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