Do 11.06.2026 Fest des Apostels Barnabas
Mt 10:7–13 Aussendung der Zwölf
Der Text
Übersetzung aus dem griechischen Urtext
7 Geht aber hin und verkündet und sagt: Das Himmelreich ist nahe gekommen.
8 Kranke heilt, Tote erweckt, Aussätzige reinigt, Dämonen treibt aus. Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt.
9 Verschafft euch weder Gold noch Silber noch Kupfer für eure Gürtel,
10 keine Reisetasche für den Weg, auch nicht zwei Untergewänder, noch Sandalen, noch einen Stab; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert.
11 In welche Stadt oder welches Dorf ihr auch hineinkommt, erkundigt euch, wer darin würdig ist, und bleibt dort, bis ihr weiterzieht.
12 Wenn ihr aber in das Haus eintretet, grüßt es.
13 Und wenn das Haus würdig ist, so komme euer Friede auf es. Wenn es aber nicht würdig ist, so kehre euer Friede zu euch zurück.
Auslegung
Wie schon bei der Aussendung der 70 Jünger (Lukas 10) scheint mir auch hier ein starker symbolischer Akzent. Eigentliche Mission ist es nicht, denn das volle Evangelium ist noch nicht gegenwärtig. Es ist also kein schlichtes Vorbild für Mission.
Sondern mir scheint, es offenbart „den Sauerteig“ Gottes. Eine Ungleichheit im Reich Gottes, recht anders als unser modernes Gleichheitsverständnis.
Extreme
Die Apostel gehen ohne jede Sicherheit. Kein Handgepäck, gerade das, was sie am Leib tragen. Sie sind ganz in der Hand Gottes.
Auch ihr Dienst ist extrem. Weckt Tote auf, heilt Aussätzige. Das ist mehr, als die Hand auflegen, damit es besser gehe.
Und ihre Vollmacht ist extrem. An ihnen wird offenbar, was aus den Menschen werden wird. In den Versen 14 und 15 ist von schwerem Gericht die Rede.
Eine kleine Schar von Menschen – zwölf – wird zu einer eng umgrenzten Zielgruppe gesandt. Das Licht Gottes ist wie in einem Fokus auf ein konzentriertes Geschehen gerichtet.
Bestimmte Menschen haben einen besonders extremen Dienst. Und ein Volk, das Volk Israel, ist im grellen Licht Gottes.
Deutung
Ich sehe für mich: Meine persönliche Heiligung ist wichtiger als die Quantität meines Wirkens. Heiligung ist vollständige Verfügbarkeit für Gott. Das Maß dieser Verfügbarkeit ruft zu einem bestimmten Ort der Wirksamkeit.
Für mich scheint mir: Die Kirche ist mein erster Adressat. Die schon Berufenen. So wie Israel schon berufen war.
Und die Sendung ist nicht in meiner Hand. Jesus sendet. Ohne Sendung kein Auftrag, keine Vollmacht. Ich brauche nicht zu suchen, sondern ich selbst stelle mich der inneren Bereitung.
Ernst
Es ist kein Spiel. Du, Herr Jesus, bindest Menschen in Dein Heil ein. Sie sind „leuchtende Wegweiser“, wie ich vorgestern bedacht habe.
Dein Reich ist kein Uhrwerk, sondern ein lebendiger Leib, in dem das eine vom anderen abhängt. Der eine ist (noch) Konsument, aber der andere ist lebendige Quelle. Von innen nach außen. Als Bestandteil des ganzen Leibes.
Und viele kämpfen einen schweren Kampf. Das wird erst sichtbar, wenn das Leben Gottes sichtbar wird. Wenn der Ruf, selbst Quelle zu sein, offenbar werden will. So habe ich es gestern in der Männerrunde erlebt.
Israel
Die Wiederherstellung Israels offenbart auch den Prüfungscharakter dieses Volkes. Wer Israel dauerhaft ablehnt, über den wird zu seiner Zeit der Staub von den Sandalen abgeschüttelt.
Denn „Israel gehören die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bündnisse, die Gesetzgebung (Thora), der Gottesdienst, die Verheißungen und aus ihnen stammt dem Fleisch nach der Christus“ (Rö 9,4-5).
Es gibt keinen Leib Christi ohne diese Wurzel, ohne das „Herz“ Israel.
Israel ist im Scheinwerferfokus Gottes.
Bin ich ein Mann des Friedens, des Friedens für Israel, wird Gottes Friede in mir Wohnung nehmen. Dann werden mein Haus und ich ein Segen für meine Umgebung sein, ein Segen für die Kirche, für Deutschland.