Die Pseudosicherheit des „man“

Di 23.06.2026 💐 Micha

Mt 7:6.12-14 Der schmale Weg

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

6 Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie diese nicht mit ihren Füßen zertrampeln und sich umwenden und euch zerreißen.

12 Alles nun, was ihr wollt, dass die Menschen euch tun, so tut auch ihr ihnen; denn dies ist das Gesetz und die Propheten.

13 Geht ein durch das enge Tor; denn weit ist das Tor und breit der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die durch ihn hineingehen.

14 Denn eng ist das Tor und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.

Was will der Text?

Warum sagst Du dies?

Warum redest Du von so vielen, die ins Verderben gehen und so wenigen, die den Weg zum Leben gehen?
Muss den der Weg so schmal sein? Gibt es keinen etwas breiteren Weg?

Wie ernst meinst Du das?

Dein Interesse ist klar, aber kannst Du es nicht möglich machen?

Gerettet sein.

Viele glauben, sie wären gerettet, wenn sie dies oder das „erledigt“ hätten. Mancher verlässt sich einfach auf die Taufe. Oder andere auf ihren Glauben. Oder ihre „persönliche Beziehung zu Jesus Christus“.

Ich sage: Niemand kommt in den Himmel, nur weil er eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus hat.

Ohne Vers 12 geht es nicht.

Der schmale Weg führt nicht in den Himmel, sondern dazu, dass ich ein Mensch des Himmels werde. Jemand der in der Wüste des Lebens geprüft wurde und sich auf die Erziehung Gottes eingelassen hat.

Mein Traum

Heute Nacht träumte ich eine Situation. Ein Fest stand bevor. Auf diesem Fest schenkten sich die Menschen selbst gemachte Dinge. Ich sah, welche Dinge andere vorbereitet hatten – ich selbst aber hatte noch nicht damit angefangen.

Ich spürte, wie mir die Zeit verrinnt und ich es nicht mehr schaffen werde. Was soll ich also tun? Einfach wegbleiben, war mein schmerzhafter Impuls. Aber die anderen hatten auch etwas für mich gemacht. Es gab keinen Weg, der sie nicht traurig gemacht hätte. Ein Traum voller Scham.

Zwei Kinder

In einem Zimmer sind viele Spielsachen. Ein Kind spielt mit einem davon. Ein anderes Kind kommt dazu. Und nun will es genau mit dem spielen, womit das andere Kind spielt.

Warum?

Ich vermute, weil es dann nicht entscheiden muss, welches Spielzeug toll ist. Es sieht an dem ersten Kind die Lösung: Das muss es sein, denn der andere spielt ja damit.

So auch viele Christen.

Sie spielen ihr Spiel mit dem Glauben, weil die anderen es so ähnlich spielen. Wenn der andere es so sieht, so macht, so glaubt, dann wird es schon gut sein, wenn das meine so ähnlich ist. „Man“ glaubt eben so.

Aber lebt der andere, vielleicht sogar der Lehrer oder Seminarleiter so, das er persönlich damit Gott verherrlicht? Wirklich?

Ich lerne von ihm, vielleicht nicht weil es wahr ist, sondern weil es bequem ist. Und mir scheinbar das Risiko abnimmt, schuld zu sein.

In der Psychologie der Massen beschreibt Gustave Le Bon diese Phänomene gründlich und erschreckend.

Komme ich „in den Himmel“?

Diese Frage ist mir immer weniger wichtig.

Ich möchte mehr und mehr den Vater erfreuen. Ihn verherrlichen. Den Bruder gesegnet sehen. Besonders meine Frau.

Während ich seelsorgerliche Gespräche führe und Althäbräisch lerne kocht sie Mairübchen mit Lachs für uns. Sie dient mir und uns – mehr als ich diene. Ganz ohne Theologie ist sie näher am Himmel als ich.

Wie oft ist es so, dass sie das für uns vorbereitet hat, was wir im Himmel (siehe den Traum) brauchen und mich einfach mit hineinnimmt?

Danke, meine liebe Hanne.

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