Am Hause Gottes zuerst

Do 09.07.2026

Mt 10:7-15 Die Aussendung der zwölf Jünger

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

7 Geht aber hin und verkündigt und sprecht: „Das Reich der Himmel ist nahe gekommen.“

8 Heilt Kranke, weckt Tote auf, reinigt Aussätzige, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt!

9 Verschafft euch weder Gold noch Silber noch Kupfer in eure Gürtel,

10 keine Tasche für den Weg, auch nicht zwei Untergewänder, keine Sandalen und keinen Stab; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert.

11 In welche Stadt oder welches Dorf ihr aber hineingeht, erkundigt euch, wer darin würdig ist, und dort bleibt, bis ihr weiterzieht.

12 Wenn ihr aber in das Haus eintretet, grüßt es.

13 Und wenn das Haus würdig ist, so komme euer Friede auf es; wenn es aber nicht würdig ist, so kehre euer Friede zu euch zurück.

14 Und wer euch nicht aufnimmt und eure Worte nicht hört: Geht hinaus aus jenem Haus oder jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen.

15 Wahrlich, Ich sage euch: Dem Land von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als jener Stadt.

Von gestern haben wir noch Vers fünf und sechs. Sie reden davon, dass dies alles jetzt nicht in Samarien oder dem Land der Heiden geschehen soll.

Rahmen

Gestern sprachen wir in der Männerrunde darüber, dass im Islam das Eigentliche nach der Konversion zum Islam kommt. Während viele Christen so leben, als wenn es überhaupt nur um eine Bekehrung geht.

Der Islam hat die fünf Säulen, die das Leben tief bestimmen. Ich sah einen Moslem auf einem Autobahnparkplatz neben seinem Auto. Er kniete auf seinem Gebetsteppich gen Mekka und verbeugte sich vor seinem Gott. Aus Medien sehe ich tausende Muslime an öffentlichen Orten ihren Glauben vollziehen. In den vergangenen 50 Jahren hat sich der Anteil der Muslime von 15 auf über 25 % erhöht. Der Anteil von Atheisten und Agnostikern geht seit 1970 weltweit wieder zurück. Von etwa 20 % auf nun ca. 12 % (siehe Grafik im Anhang).

Das Problem ist nicht Religiosität. Es ist der Inhalt der Religion.

Am Haus Gottes zuerst

Der Bibeltext von heute handelt von Ernte, weniger von Mission. Ernten tut man dort, wo die Zeit erfüllt ist. Und Ernte fragt nicht nur nach Quantität, sondern zuerst nach Reife. Nur ausgereiftes Getreide wird geerntet. Die Getreidefelder sind aktuell reif zur Ernte. Aber sind die Christen reif zur Ernte? Wer hat den Frieden so, dass jeder, der an seinem Haus vorbeigeht, das spürt?

Menschen verlassen das Christentum und suchen andere Antworten. Ich sage: Nicht weil sie keine Religion mehr wollen, sondern weil die Christen ihnen keinen Weg für ihr Leben zeigen.

Warum den Staub abschütteln?

Jesu Worte sind extrem hart. Er gebietet für bestimmte Menschen, dass selbst der Staub von den Schuhen aus ihrer Stadt abgeschüttelt werden soll. Und Sodom und Gomorra wird es erträglicher ergehen.

Warum solch harte Worte? Wo bleibt die Gnade?

Weil das Leben kein Kinofilm ist, nach dessen Ende einfach Ende ist. Sondern es soll den Menschen bereiten zu dem, wozu er berufen ist: In voller Verantwortung in das Bild des Sohnes Gottes verwandelt zu werden.

Oder in den Namen, der für ihn bereitet ist (siehe gestern).

Zwei Formen der Hilfe

Die eine ist die Gnade. Sie versetzt mich in den Stand, außerhalb der Knechtschaft von der Welt.

Aber sie versetzt mich dadurch auch in die Würde der Verantwortung. Bin ich frei, werde ich gefragt, was ich will, was ich tue, wem ich diene.

Die andere Form der Hilfe ist die Klarstellung der vollen Würde der Person. Also die Konsequenz, die ab dem Tag der Befreiung nun durch meine „eigenen“ Werke erfolgt.

Zur Befreiung kann ich nichts beitragen, außer meiner Zustimmung.

Danach aber schon. Ich sehe an dem Gericht an den zunächst Geretteten (Israel, Kirche), welche Verantwortung ich habe.

Wer das verschweigt, verschweigt die Würde des Menschen. Sie steckt in seiner Schuldfähigkeit. Seiner Macht, den Frieden Gottes nicht in sein Herz zu lassen.

Denn das „eigene“ Werk ist nicht ein Konstrukt von mir. Sondern der Vollzug dessen, was mir gegeben ist. Schlage ich es aus, schlage ich den Geber aus.

Nicht ein anderer reißt mich aus der Hand Gottes.

Ich selbst aber kann es tun.

Gerettete gehen verloren, so lese ich den Text.

Nicht als Drohung, sondern als Würdigung.

Wir werden nicht ewig wie Kinder behandelt, sondern sollen in die volle Welt des mannhaften, des Frau-Seins eintreten.

Anhang:

Zur Vertiefung: Siehe 1. Kor 10,1-12!

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