Ohne Willkür

Di 14.04.2026

Joh 3:7-15 Jesus zu Nikodemus

Der Text

Aus dem Urtext.

7 Wundere dich nicht, dass Ich dir gesagt habe: Ihr müsst von oben geboren werden.

8 Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Geräusch, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.

9 Nikodemus antwortete und sagte zu Ihm: Wie kann das geschehen?

10 Jesus antwortete und sagte zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?

11 Amen, amen, Ich sage dir: Was Wir wissen, reden Wir, und was Wir gesehen haben, bezeugen Wir; und unser Zeugnis nehmt ihr nicht an.

12 Wenn Ich euch das Irdische gesagt habe und ihr glaubt nicht, wie werdet ihr glauben, wenn Ich euch das Himmlische sage?

13 Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.

14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Menschensohn erhöht werden,

15 damit jeder, der an Ihn glaubt, in Ihm ewiges Leben habe.

Gott ist sich treu

Wenn es heißt, der Geist weht wo er will, heißt das nicht, dass es beliebig oder willkürlich ist, wo er herkommt und wohin er fährt.

Gott ist zwar freie Person, aber Er ist der gerechte Schöpfer der Ordnung der Schöpfung. Darin ist kein Platz für Willkür und damit auch nicht für eine unfreie Vorherbestimmung des Heils des einzelnen Menschen.

Prädestination passt nicht zur Personalität Gottes und Seines Geschöpfes Mensch.

Darum ist das Kreuz Jesu, Sein Leid und Sein Tod notwendig für die Gerechtigkeit Gottes. Aber es nimmt die Verantwortung des Menschen nicht weg – im Gegenteil. Durch durch neue Freiheit werden wir erst recht in die Verantwortung gesetzt.

Die erhöhte Schlange

Im 4. Mose 21 steht die Geschichte von der feurigen Schlange auf dem Feldzeichen. Gott antwortet voller Erbarmen auf die Sünde der Menschen. Aber nicht, indem er in einem Akt die giftigen Schlangen vernichtet, sondern indem Er die Freiheit der Menschen wieder herstellt.

Die Freiheit besteht nicht einfach in der Beseitigung der Schuld, sondern in dem neu möglich gemachten Dialog und Gehorsam des Menschen.

Die neue Geburt schafft die Möglichkeit, nicht mehr ein Gefangener der alten Sünde zu sein. Aber sie transportiert mich nicht automatisch in den Himmel. Die Schlangen der Versuchung sind weiter da, und sie beißen die Israeliten weiter.

Aber jeder Israelit kann nun umkehren und sich mit seinem Blick an die Liebeswürdigkeit Gottes erinnern.

Der Geist weht wo er will

Als neu Geborener höre ich nun Seine Worte. Ich bin wieder ein Hörender, und damit kann ich wieder ein Gehorsamer werden.

Einer, der nicht hören kann, kann nicht gehorchen.

Gott ist frei in Seinem Reden und ich durchschaue Ihn nicht.

Ich aber bin nun frei, zu antworten oder nicht. Die Antwort selbst aber ist auf Ihn bezogen, auf Sein aktuelles Reden. Ich weiß weder, woher das Reden kommt, oder wohin es geht. Und dennoch ist es weder willkürlich, noch schränkt es meine Verantwortung ein.

Das ist viel mehr als Ethik oder Moral.

Todsünde

Die Todsünde des Menschen ist es, so zu leben, als könne er nicht anders.

Als wäre das Schicksal schuld und die Gene, die Sozialisation, die Umstände, die Eltern oder irgendetwas anderes.

Damit mache ich erneut Umstände zu Göttern.

Schau auf: Einer ist wirklich Gott. Und der hat dich frei gemacht, frei – und verantwortlich.

Die feurigen Schlangen am Bodensatz meines Herzens sind mächtig und beißen mich mit giftigem Biss.

Nun aber: Schau auf.

Ich kann anderes, denn die Tür ist offen.

Gott tötet die giftigen Schlangen nicht, aber er hat mich von der Knechtschaft ihnen gegenüber befreit.

Seelsorge

Ich beobachte nicht, dass ich von jetzt auf gleich alles lasse, was ich doch wohl lassen könnte. Und all das tue, was recht ist zu tun.

Aber das brauche ich auch nicht, weil Gott mir jederzeit sagt, was ich jetzt lassen soll und jetzt tun soll.

Er fragt nicht nach Perfektion, Er fragt nach Beziehung.

Jederzeit ist eine der Türen meiner Gebundenheit nur angelehnt. Und ich kann sie im hörenden Glauben direkt öffnen und hindurchgehen.

Es beginnt damit, dass ich die Ausreden dagegen als Rebellion erkenne und bekenne. Als von mir aktiv vermiedenes Durchschreiten durch die aufgeschlossene Tür der Erlösung.

Auch die Liebe selbst ist immer schon da, wie ich es oft sage. Aber sie braucht das Licht des „wehenden Geistes“, als des aktuellen Wortes Gottes.

Die Bibel sagt oft: Und Gott redete und sprach.

– Gott redet (דִּבֶּר): Er tritt in Beziehung

– Gott sagt (אָמַר): Er gibt ein bestimmtes Wort

Gott informiert mich nicht einfach, Er tritt in eine Beziehung zu mir.

Darum ist Ungehorsam nicht einfach ein falsches Handeln, sondern eine Beleidigung der freundlichen Zuwendung Gottes.

Hinterlasse einen Kommentar