Zu viel des Guten?

Mi 01.07.2026

Mt 8:26-34 Dämonen bei den Gadarenern

(Evangelium des Tages)

Der Text

Übersetzung aus dem griechischen Urtext

28 Und als Er an das jenseitige Ufer in das Gebiet der Gadarener gekommen war, begegneten Ihm zwei von Dämonen Besessene, die aus den Grabhöhlen kamen, sehr gefährlich, sodass niemand auf jenem Weg vorübergehen konnte.

29 Und siehe, sie schrien und sprachen: „Was haben wir mit Dir zu schaffen, Sohn Gottes? Bist Du hierher gekommen, um uns vor der bestimmten Zeit zu quälen?“

30 Weit von ihnen entfernt weidete eine große Herde Schweine.

31 Die Dämonen baten Ihn und sprachen: „Wenn Du uns austreibst, dann sende uns in die Schweineherde.“

32 Und Er sprach zu ihnen: „Geht!“ Da fuhren sie aus und gingen in die Schweine. Und siehe, die ganze Herde stürzte den Abhang hinab in den See und kam in den Wassern um.

33 Die Hirten aber flohen, gingen in die Stadt und berichteten alles, auch das von den Besessenen.

34 Und siehe, die ganze Stadt ging hinaus, Jesus entgegen. Und als sie Ihn sahen, baten sie Ihn, aus ihrem Gebiet wegzugehen.

Vorbemerkungen

Ein Text, der mir zeigt, was ich alles nicht verstehe und nicht sehe.
Gerade diese unsichtbare Welt der Mächte und Gewalten.

Und ich bin nicht unglücklich darüber, denn meine Aufgaben sind schon schwer und herrlich zugleich.

Und vielleicht wird es einmal näher kommen, denn die Manifestation des Bösen schreitet voran. Vorgestern hat ein Mann in Stade sechs Mitarbeiter einer Einrichtung für Familienberatung erschossen.

Aber ich sehe auch: Es gibt ein Ende von diesem Bösen, die Dämonen wissen es.

Noch eine Randbemerkung: Eine Schweineherde ist etwas nicht nur Materiell wertvolles. Wir sind aufgefordert, mit der Schöpfung gut umzugehen.

Aber offenbar gibt es Situationen, in denen Gott viele Tiere für zwei Menschen hingibt.

„Bitte geh weg aus unserem Gebiet.“

Kann es das geben?

Dass Menschen solche offenbare Gnade und Vollmacht nicht wollen?

Sind Wunder nicht mächtige Werkzeuge der Evangelisation?

Was kann der Grund sein?

Ich erlebe es oft, dass Menschen die Wahrheit, die Schönheit, die Herrlichkeit nicht wollen, gerade dann, wenn sie sie sehen. Oft sogar im Gegenteil.

Ich betrachte nicht den Kern des Textes heute, sondern ein Licht aus diesem Text.

Die Änderung ist ein Preis

Die Dekapolis war ein Städteverbund, dem es gut ging, mit Theatern, Tempeln, Säulenstraßen und Bädern. Gedara gehörte dazu.

Eine etablierte, erfolgreiche Welt – ja mit ein paar Schmuddelecken und Dämonen an irgendwelchen Rändern.

Wie viele westliche Städte heute.

Und auch wie viele etablierte Lebensrollen heute und immer.

Die Vertreibung dieser, auf Grabhöhlen verwiesenen Dämonen, kostet viel, sehr viel. Was kostet es erst, dieses Licht, das solche Finsternis überwindet, in unsere schöne Stadt, in mein schönes Leben zu lassen?

Ich nehme ein konkretes Beispiel.

Islamismus

Johannes Hartl weist in einem aktuellen Video deutlich nach, dass der gefährliche Islamismus nicht weniger wird, wenn man ihn ignoriert. Und am Beispiel Englands ist erkennbar, dass auch ein ganzer, selbstsicherer Staat durchaus zu einem neuen Libanon werden kann. Dem Staat, der einst „die Schweiz der Levante“ hieß.

Ich sage: Der Islamismus ist zwar eine ernste Gefahr.
Aber unsere eigentliche Schwäche liegt tiefer: im fast versiegten geistlichen Grundwasserspiegel des Christentums.

Und dort wieder: Weniger die Masse ist das Problem, sondern:

Es fehlen uns Heilige.

Es fehlen uns Wurzeln, die in die Tiefe gehen.

Immer noch mehr auf Felsen gekeimte Saat hilft kaum weiter, vielleicht im Gegenteil. Wieviele Christen kenne ich, deren Leben für jemanden, der Wahrheit und Spiritualität sucht, unattraktiv ist.

Und ebenso ich. Im Verhältnis zu meiner Erkenntnis lebe ich lau und kaum inspirierend für andere.

Klöster

Mir scheint, Klöster, die nicht nur ein schöner Ort für die Mönche und Gäste sein wollen, sondern mit ganzem Ernst guter Boden für tiefe Wurzeln, sie sind ein Baustein für eine Wende.

Predigten, die die Kostbarkeit des zölibatären Priesterdienstes aufleuchten lassen, gehören dazu.

Ebenso Christen, die ihr Leben nicht dem Erfolg geben, sondern ganz Jesus Christus.

Heiligung ist das Gebot dieser Zeit als Antwort auf die Anfrage Gottes, die Er uns durch den Islam stellt.

Asylgesetze und sonstige „Alternativen“ beantworten die Frage nicht, sie verschieben sie vielleicht nur.

Jede Zeit hat ihre Frage – aber wenige sind es, die Antworten.

Edith Stein hat geantwortet, die Weiße Rose hat geantwortet.

Hineni – hier bin ich.

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